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Blog · 9. Oktober 2026

Erkennt mein Handy Gold? Was Metalldetektor-Apps finden

Such in einem App Store nach einem Golddetektor, und du findest jede Menge Metalldetektor-Apps. Kann dein Handy wirklich Gold erkennen? Nicht zuverlässig, und der Sensor, den diese Apps nutzen, erklärt, warum.

Was der Sensor in deinem Handy misst

Diese Apps lesen das Magnetometer aus, den Kompasssensor. Die Android-Entwicklerdokumentation beschreibt ihn als Sensor für das geomagnetische Feld: Er misst das Magnetfeld rund um das Handy in Mikrotesla (µT) und ermöglicht es Apps, Änderungen im Erdmagnetfeld zu verfolgen. Er bemerkt etwas in der Nähe nur, wenn es das Feld stört, und nur wenige Dinge tun das stark: Magnete und ferromagnetische Metalle, vor allem Eisen, Nickel und Kobalt. Deshalb springt der Messwert über einer Stahlschraube nach oben.

Warum Gold keinen Ausschlag gibt

Reines Gold ist nicht magnetisch. Ask the Van, der Physik-Fragedienst der University of Illinois, beschreibt Gold und Kupfer als sehr schwach diamagnetisch: Ein Magnet stößt sie ganz leicht ab. Auch Silber ist diamagnetisch, und Aluminium ist nur schwach paramagnetisch. Die Ausnahme ist Gold oder Kupfer mit magnetischen Verunreinigungen, darauf kannst du dich aber nicht verlassen. Eine Android-Metalldetektor-App mit mehr als 10 Millionen Downloads bei Google Play schreibt in ihrer eigenen Beschreibung, dass sie Gold, Silber oder Münzen aus Kupfer nicht erkennen kann.

Wie ein echter Golddetektor funktioniert

Ein Metalldetektor braucht kein magnetisches Ziel. Seine Sendespule erzeugt ein wechselndes Magnetfeld, das in jedem leitfähigen Metall elektrische Ströme fließen lässt, sogenannte Wirbelströme. Diese Ströme erzeugen ein eigenes schwaches Feld, das eine Empfangsspule auffängt. Das Magnetometer eines Handys sendet nichts aus; es misst nur das Feld, das ohnehin da ist. Zwei der Bauarten, die ein Artikel aus dem Jahr 2004 in der TÜBİTAK-Zeitschrift Bilim ve Teknik beschreibt:

  • VLF (Very Low Frequency, sehr niedrige Frequenz), der häufigste Typ, sendet eine Sinuswelle mit einer einzigen Frequenz und nutzt laut Bilim ve Teknik die Phasenverschiebung des zurückkommenden Signals, um Metalle zu unterscheiden.
  • PI (Pulse Induction, Pulsinduktion) schaltet das Feld plötzlich ab und horcht auf das abklingende Feld der Wirbelströme im Ziel. Es unterscheidet Metalle schlecht, kann aber oft tiefer suchen.

Dafür braucht es spezielle Hardware. Laut den technischen Hinweisen von Minelab können Signale tief vergrabener Ziele millionenfach schwächer sein als das gesendete Signal, und mineralisierter (magnetischer) Boden stört sie, deshalb brauchen Detektoren spezielle Verstärkung, Signalverarbeitung und einen Bodenabgleich.

Laut Minelab ist das meiste vergrabene Metall eisenhaltig, wird also von einem Magneten angezogen, und wird normalerweise nicht gesucht; deshalb sind Münz- und Schatzdetektoren meist so eingestellt, dass sie es ignorieren. Was ein Handy wahrnehmen kann, ist größtenteils genau das, was diese Detektoren herausfiltern.

Was ein Handy finden kann

Weil Stahl größtenteils aus Eisen besteht, kann ein Handy, das du sehr nah heranhältst, auf Folgendes reagieren, wobei sich die Sensoren je nach Modell unterscheiden:

  • Nägel und Schrauben in Wänden und Böden.
  • Stahlrohre nahe der Oberfläche.
  • Bewehrungsstahl nahe der Betonoberfläche.

Gold, Silber, Kupfer, Aluminium oder Kunststoff findet es nicht zuverlässig. Manche Edelstähle sind ebenfalls nicht magnetisch, ein Gegenstand aus Edelstahl wird also womöglich nicht erkannt. Und ein ruhiger Messwert beweist nie, dass dort nichts ist. Ein Metallscanner, der auch Nichteisenmetalle erkennt, kann Kupferrohre finden: Der Hersteller Zircon gibt für seinen MetalliScanner MT7 ein ½-Zoll-Kupferrohr bis 15 cm (6 in) Tiefe an.

In der Türkei braucht die Schatzsuche eine Genehmigung

Die Schatzsuche in der Türkei fällt unter das Gesetz Nr. 2863 und die Define Arama Yönetmeliği (Schatzsuche-Verordnung). In der Fassung von 2020 definiert die Verordnung einen Schatz als vergrabenen oder versteckten beweglichen Gegenstand, der eindeutig keinen Eigentümer mehr hat und keinen wissenschaftlichen Wert besitzt; Kulturgüter zählen also nicht dazu. Zusammengefasst:

  • Erforderlich ist eine Schatzsuchlizenz. Das Gesetz gibt dem Ministerium für Kultur und Tourismus die Befugnis, sie zu erteilen; nach der Verordnung bereitet die Museumsdirektion sie vor und der Provinzgouverneur unterzeichnet sie. Für geschützte Stätten, eingetragene Sit-Gebiete (sit alanı) oder Friedhöfe wird keine erteilt, und sie ist nicht übertragbar (Artikel 50).
  • Nur türkische Staatsbürger als Einzelpersonen dürfen sie beantragen, mit einem schriftlichen Antrag bei der örtlichen Zivilverwaltung (Provinz- oder Bezirksgouverneur). Die Fläche ist auf 50 m² und 10 m Tiefe begrenzt, unter Wasser darf nicht gesucht werden, eine Suche dauert höchstens 15 aufeinanderfolgende Tage, und zwei Museumsfachleute sowie weitere Beamte beaufsichtigen sie.
  • Schatzsuche ohne Genehmigung wird mit 3 Monaten bis 2 Jahren Freiheitsstrafe bestraft. Graben oder Bohren ohne Genehmigung, um Kulturgüter zu finden, ist eine eigene Straftat und wird mit 2 bis 5 Jahren bestraft, um ein Drittel gemildert, wenn der Ort kein Sit-Gebiet oder sonstiger geschützter Ort ist (Artikel 74).
  • Wer Kultur- oder Naturgüter findet, muss das innerhalb von drei Tagen der nächsten Museumsdirektion melden oder, in einem Dorf, dem Muhtar (Dorfvorsteher), andernorts der örtlichen Zivilverwaltung (Artikel 4).

Dies fasst die veröffentlichten Texte zusammen und ist keine Rechtsberatung. Wir haben keine offizielle Quelle zur Nutzung eines Detektors für andere Zwecke gefunden, etwa zur Suche nach einem verlorenen Ring; frag im Zweifel zuerst beim Amt des Bezirks- oder Provinzgouverneurs nach.

Was unsere App kann und was nicht

Metal Detector : Gold Finder liest das Magnetometer des Handys aus und bietet eine Live-Anzeige, einstellbare Empfindlichkeit und Alarme. Weil die App denselben Sensor nutzt, gelten die oben genannten Grenzen auch für sie: Sie reagiert auf Eisen und Stahl in unmittelbarer Nähe, nicht auf Gold. Trotz des Namens findet sie Gold, Silber oder andere nicht magnetische Metalle nicht zuverlässig. Sie benötigt iOS 13 oder neuer, ist nur im App Store erhältlich und derzeit nicht im türkischen App Store gelistet. Für den vollen Zugriff ist ein Abo nötig, und neue Nutzer erhalten eine kostenlose Testphase.

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